Stoffwindeln oder doch lieber praktisch ?

Irgendwann im Laufe der Schwangerschaft, spätestens dann zum Geburtsvorbereitungskurs, wo eifrige Hebammen auf das Thema aufmerksam machen, stellen sich doch die meisten werdenden Mütter oder auch Väter die Frage, ob Stoffwindeln eine echte Alternative zu Pampers & CO. darstellen. Kennt man noch die alten Geschichten der eigenen Eltern und Großeltern von riesengroßen Windelbergen, die abgekocht werden mussten und so um das Baby gewickelt werden, dass kaum noch etwas von ihm zu sehen war. Nein das will ich nicht, schließlich sind Wegwerfwindeln doch super praktisch und komfortabel für mein Baby. Und soviel teurer werden die auch schon nicht sein, also welchen Grund sollte es geben, weiter auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden?

Es gibt nicht nur einen Grund, sondern sehr viele! Die neuen Windelsysteme haben mit denen aus Großmutters Zeiten kaum mehr als den Namen gemeinsam. Die wunderschönen und super süßen Designs, verbunden mit einem praktischem Handling und dem ökologischem Gesichtspunkt sind jedenfalls einen zweiten, genaueren Blick wert.

Im Folgenden möchte ich einige bedeutende Aspekte näher betrachten um die Entscheidung nach dem passenden Windelhöschen zu erleichtern.

 

1. Der Kostenfaktor

Ein genauer Preisvergleich zwischen Stoffwindelsystem und Wegwerfvariante ist nahezu unmöglich, da zu viele Variable sehr individuell sind und sich schwer berechnen lassen. Von daher sind Abweichungen von meiner Darstellung nicht zu vermeiden und soll nur zur groben Einschätzung dienen.



Stoffwindel

Annahmen:

Anschaffungspreis: ca. 500 €

Wasser – u. Abwassergebühren: ca. 4€/cbm

Stromkosten: ca. 0,25€/ kwh

Waschmittel: ca. 0,20€

Abnutzung Waschmaschine: ca. 0,20€ je Waschladung 

Kosten pro Wäsche: 0,75€ 

Waschladungen pro Woche: 2

Geht man von diesen ungefähren Annahmen aus so belaufen sich die Kosten der Reinigung auf ca. 50 € in einem halben Jahr. Zusammen mit der Anschaffung belaufen sich die Gesamtkosten somit auf ca. 800€ auf 36 Lebensmonate gerechnet. Der Arbeitsaufwand für das Reinigen ist dabei nicht berücksichtigt, bzw. Kosten für einen Windelservice. Zu beachten ist allerdings auch die Möglichkeit das Windelsystem nach der Windelzeit entweder für ein nächstes Kind wieder zu benutzen oder auch einen Wiederverkauf in Betracht zu ziehen.



Wegwerfwindel

Annahmen:

Kosten pro Windel variieren von Marke zu Marke!

Pampers: ca. 0,20- 0,28€/Stück

Moltex Öko: ca. 0,22- 0,30€/Stück

Drogeriemarke: ca. 0,11- 0,17€/ Stück

 

Am Beispiel Pampers

0-6 Monate:      ca.8 Windeln am Tag à 0,20€ = 292,00€

6-12 Monate:    ca. 6 Windeln am Tag à 0,21€= 229,95€

12-18 Monate:  ca. 5 Windeln am Tag à 0,26€= 237,25€

18-24 Monate:  ca. 4 Windeln am Tag à 0,28€= 189,80€

24-30 Monate:  ca. 4 Windeln am Tag à 0,28€= 204,40€

30-36 Monate:  ca. 2 Windeln am Tag à 0,28€= 102,20€

Zu diesen Kosten müsste man noch einmal die entsprechenden Müllgebühren rechnen, die ich grob mit 200€ für die gesamte Windelzeit veranschlage. Das ergibt eine Gesamtsumme von etwa 1.460€.

Fazit

Die Gesamtsumme für Wegwerfwindel in Höhe von ca. 1.460€ stehen somit den Gesamtkosten der Stoffwindeln von ca. 800€ gegenüber. Es lässt sich somit unschwer erkennen, dass sich tatsächlich einige hundert Euro an Geld sparen lassen bei der Nutzung von wieder verwendbaren Stoffwindeln.



2. Die Handhabung

Es lässt sich wohl nicht verleugnen, dass die Handhabung einer herkömmlichen Wegwerfwindel, wie Pampers &CO. schon um einiges einfacher ist als diverse Stoffwindelsysteme. Sehr praktisch ist es auch unterwegs, denn statt die vollgemachten Windeln in verschließbare Beutel (sogenannte wetbags) zu tun und mit nach Hause zu nehmen, lassen sie sich überall schnell entsorgen. Besonders in den ersten Lebenswochen des Babys möchte man sich in aller Regel um andere Dinge kümmern als um Wäscheberge und komplizierte Wickeltechniken. Dennoch gibt es bereits Stoffwindelsysteme, die nicht nur optisch glänzen sondern auch durch eine einfache Handhabung heraus stechen. Solche Alternativen, beispielsweise von popolini bestehen aus mehreren Komponenten. Zunächst wird ein Stück Windelvlies in die sogenannte Saugwindel eingelegt, was dazu dienen soll den Stuhlgang hygienisch zu entsorgen. Die aufknöpfbaren Saugeinlagen, gibt es dabei aus verschiedenen Materialien, je nach Belieben, zum Beispiel aus Baumwolle, Hanf, Mikrofaser oder Bambusfasern. Über die Windel kommt zu guter Letzt das wasserdichte Gummihöschen. Mit ein wenig Übung dauert das Anlegen eines solchen Windelsystems nicht sehr viel länger. Noch einfacher ist die Verwendung einer AIO- Windel (All-in-one). Das äußere Erscheinungsbild ähnelt sehr von dem einer Wegwerfwindel, da die Saugeinlage und die wasserdichte Überhose bereits miteinander verbunden sind. Sehr praktisch zum Anlegen der Windel, allerdings auch etwas schwieriger  zu waschen, da sie längere Zeit benötigen um zu trocknen.



3. Der Komfort

Wer beide Windelsysteme kennt, wird wohl zustimmen, dass aktuelle Wegwerfwindeln eine sehr gute Passform aufweisen und sich dank des effektiven Saugkerns schmal an den Baby- Popo schmiegen, sodass sie kaum unter den Höschen sichtbar sind und viel Bewegungsfreiheit bieten. Auf der anderen Seite begünstigen sie durch die künstliche Oberfläche zum Teil aber auch einen wunden Po (sogenannte Windeldermatitis) oder auch andere allergische Reaktionen. Es sind teils auch erhebliche Unterschiede bei der Qualität der Wegwerfwindeln vorhanden. Durch den oft verwendeten Gel- Kern halten sie dennoch um einiges länger den Baby- Popo trocken. Stoffwindeln sorgen für ein angenehmes Hautgefühl, frei von Duftstoffen und anderen künstlichen Mitteln sind sie auch gut für sensible Babyhaut geeignet. Die Nässe wird nicht so gut absorbiert, wie bei Wegwerfwindeln, allerdings kann das auch dafür sorgen, dass Kinder schneller trocken werden. Ein kleiner Kompromiss stellt hier die Ökowindel (z.B. von Moltex) dar, die immer noch relativ gut den Urin aufsaugt, dabei aber ebenfalls frei von synthetischen Stoffen ist.



4. Pro und Kontra in Kürze:

 



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