8 fatale Irrtümer zum Thema Allergievorbeugung bei Babys

 

Eine Allergie ist eine „übertriebene“ Abwehrreaktion unseres Immunsystems auf Fremdstoffe (z.B. Pollen), die im eigentlichen Sinne keine Gefährdung für die Gesundheit darstellen, im Gegensatz zu Krankheitserregern.

Etwa 20 % aller Kinder leiden unter einer Allergie und es werden nicht weniger, sondern eher mehr. Natürlich möchte man als Eltern sein Kind davor bewahren und sucht nach Informationen um das Risiko zu minimieren.

Im Folgenden haben wir einige überholte und häufige Irrtümer bezüglich Allergie- Risiken zusammen gestellt.

 

 

 

Irrtum 1:

„Schützen Sie Ihr Kind vor potentiell Allergie auslösenden Lebensmitteln!“

 

Noch vor einigen Jahren wurde Eltern dazu geraten ihre Babys möglichst lange vor potentiell Allergie auslösenden Lebensmitteln zu schützen, das heißt beispielsweise keinen Fisch oder Kuhmilch zu verabreichen. Diese Einschätzung hat sich in den letzten Jahren dahingehend geändert, als dass das langsame Gewöhnen an diese Lebensmittel und somit an die Umwelt wichtig ist. Also kann über die Beikosteinführung ohne Bedenken auch Fisch und Milch gereicht werden. Natürlich sollte man dabei immer schauen, wie bekömmlich es für das Baby ist und sollte beispielsweise ein wunder Po Ergebnis eines bestimmten Lebensmittels sein, dieses vorerst weg zu lassen.

 

 

 



Irrtum 2:

„Verzichten Sie auf felltragende Haustiere!“

 

Die freudige Nachricht über eine Schwangerschaft muss Tierbesitzer nicht gleich aufschrecken lassen. Babys und Tiere passen durchaus gut zusammen auch hinsichtlich einer Allergiegefährdung. Es gibt sogar Untersuchungen, die bestätigen, dass Kinder aus Bauernfamilien, die früh schon mit in den Stall genommen wurden, seltener als Allergien leiden, als Kinder ohne Haustiere in der Familie. Das unterstützt auch die Hygienehypothese, die besagt, dass unser Immunsystem in unserer „sauberen“ Umwelt nichts mehr zu tun hat und sich daher aus Langeweile auf harmlose Dinge, wie Tierhaare einschießt. Allerdings gibt es auch wissenschaftliche Annahmen, dass Katzenhaare für allergiegefährdete Babys problematischer sind als Hundehaare.

 

 

 

Irrtum 3:

„Passivrauchen führt nicht zu Allergien!“

 

Schon der bloße Verstand sollte jedem von uns sagen, dass Rauch und Kinder nicht zusammen passen. Ohne Zweifel konnte festgestellt werden, dass Kinder, die Passivrauch in der Wohnung, im Auto oder bei anderen Gelegenheiten ausgesetzt waren, ein deutlich höheres Risiko für Allergieausbildungen haben. Auch andere Erkrankungen, wie Bronchitis, Asthma oder Lungenentzündungen können Folge des Passivrauchens sein. Es ist daher absolut wichtig, das Rauchen im Beisein des Kindes zu unterlassen, um es vor derart drastischen Erkrankungen zu bewahren.

 

 

 

Irrtum 4:

„Ziegen- und Stutenmilch schützt Babys vor Allergien!“

 

Ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Ziegen- und Stutenmilch Babys vor Allergien schützen soll. Die Verabreichung dieser Milch wird eher nicht empfohlen, da die Zusammensetzung der Milch nicht den Bedürfnissen von Babys entspricht. Auch von Säuglingsnahrung auf Sojabasis wird abgeraten, da Soja eine östrogenartige Wirkung zeigt. Wichtige Mineralstoffe können hier zudem viel schlechter von Babys aufgenommen werden.

Muttermilch ist und bleibt das Beste auch hinsichtlich des Allergierisikos. Sollte ein Stillen nicht möglich sein, wird eine HA- Milch (hypoallergene Nahrung) empfohlen.

 

 

 

Irrtum 5:

„Stillen Sie Ihr Kind solange wie möglich um es vor Allergien zu schützen!“

 

Die beste Nahrung für Babys ist unbestritten Muttermilch. Langes Stillen kann Kinder allerdings nicht generell vor Allergien beschützen. Allerdings weiß man auch, dass einige Säuglinge auf das artfremde Eiweiß in Kuhmilch (in Säuglingsnahrung enthalten) empfindlich reagieren. Daher sollte man auf HA- Milch (hypoallergene Milchnahrung) achten, denn hier sind die langen Eiweißketten der Kuhmilch bereits aufgespalten und somit schonender für die Kleinen.

 

 

 

Irrtum 6:

„ Allergievorbeugung ist nur wichtig für Kinder mit Allergie- Risiko!“

 

Diese Annahme wäre eine Erleichterung für alle Eltern, die keine Allergie aufweisen, allerdings entwickelt jedes 6. bis 7. Kind auch in diesen Fällen eine Allergie, daher ist eine Allergievorbeugung in allen Fällen wichtig.

Richtig ist aber auch, dass Allergien familiär gehäuft auftreten. In 50- 70% aller Fälle bilden Kinder von Allergikern selbst eine Allergie aus.

 

 

 

Irrtum 7:

„ Geben Sie Ihrem Kind im ersten Lebensjahr keine Karotten!“

Karotten kommen häufig als sogenannte Kreuzallergene vor, die von Pollenallergikern meist nicht vertragen werden. Von daher der Irrglaube, dass sie eine allergene Wirkung auf Babys haben könnten. Dies ist allerdings nur bei rohen Karotten der Fall. Hier erkennt unser Immunsystem, dass die enthaltenen Eiweiße denen einiger Pollen ähneln. Da Babys Karotten nur gekocht in Breiform erhalten, zeigen sich keine nachteiligen Eigenschaften, sodass Karotten ohne Probleme zugeführt werden können. Das gilt im Übrigen auch für viele andere Lebensmittelunverträglichkeiten. Worauf einige im rohen Zustand empfindlich reagieren, beispielsweise mit einem wunden Po, sind im gekochten Zustand viel verträglicher und können auch von Allergikern gegessen werden.

 

 

 

Irrtum 8:

„ Verzichten Sie in der Schwangerschaft auf Allergie- auslösende Lebensmittel!“

 

Glücklicherweise für die vielen Schwangeren und deren manchmal merkwürdigen Gelüste, weiß man heute, dass auch während der Schwangerschaft nicht auf bestimmte Lebensmittel wie Eier, Milch oder Fisch verzichtet werden muss. Zu beachten sind allerdings Hygienebedingungen. Rohe Lebensmittel können mit Keimen, z.B. Listerien versetzt sein, die gefährlich für das Ungeborene werden können.

 

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